„Ich
brauchte ihn gar nicht anzusehen. Ich wusste, dass er mir genau diesen Blick
zuwarf. Ich schiebe die Erinnerung herum wie ein Möbelstück, aber ich lande
immer wieder an derselben Stelle. Er wollte nicht nur, dass ich ihm die
Krawatte band. Er wollte auch, dass ich die Bindung wieder löste. Wir sind
egoistisch, meine Krankheit und ich. Wir denken nur an uns. Wir biegen uns die
Wirklichkeit zurecht, um Botschaften zu empfangen, geflüsterte Geheimnisse, die
nur für uns bestimmt sind.“
Klappentext:
»Ich werde Ihnen erzählen, was passiert
ist, denn bei der Gelegenheit kann ich Ihnen meinen Bruder vorstellen. Er heißt
Simon. Ich glaube, Sie werden ihn mögen. Wirklich. Doch in ein paar Seiten wird
er tot sein. Danach war er nie mehr derselbe.«
Matthew Homes ist ein begnadeter Erzähler, und Patient der Psychiatrischen Klinik in Bristol. Um dort dem trostlosen Alltag zu entfliehen, schreibt er seine Geschichte auf – und die seines Bruders Simon, der im Alter von elf Jahren während des Campingurlaubs in Cornwall starb. Selbst nach zehn Jahren gibt sich Matthew immer noch die Schuld am Unfalltod seines Bruders. Doch eigentlich ist Simon für ihn gar nicht tot – und Matthew auch kein gewöhnlicher 19-Jähriger. Matthew leidet an Schizophrenie …
Matthew Homes ist ein begnadeter Erzähler, und Patient der Psychiatrischen Klinik in Bristol. Um dort dem trostlosen Alltag zu entfliehen, schreibt er seine Geschichte auf – und die seines Bruders Simon, der im Alter von elf Jahren während des Campingurlaubs in Cornwall starb. Selbst nach zehn Jahren gibt sich Matthew immer noch die Schuld am Unfalltod seines Bruders. Doch eigentlich ist Simon für ihn gar nicht tot – und Matthew auch kein gewöhnlicher 19-Jähriger. Matthew leidet an Schizophrenie …
Meine Meinung:
Wir folgen der Geschichte von Matthew
Holmes, einem jungen Mann, der unter Schizophrenie leidet. Vor etwa 10 Jahren
hat er seinen Bruder Simon bei einem tragischen Unfall verloren. Noch immer
gibt sich Matthew dafür die Schuld. Seit einigen Jahren aber, beginnt er, Simon
wieder zu sehen und zu ihm sprechen zu hören. Von da an beginnt seine
Behandlung.
Er besucht jeden Tag eine psychiatrische
Tagesklinik, lässt sich behandeln und schreibt gleichzeitig seine
Lebensgeschichte auf. Wir begleiten Matthew von der Klinik nach Hause und
wieder zur Klinik zurück und an beiden
Orten schreibt er – das Buch ist Matthews Werk.
Die Geschichte beginnt wenige Tage vor
Simons Tod. Es ist traurig daraufhin von den Veränderungen zu lesen, die die
Familie nach dem Verlust durchgehen musste. Es ist interessant, manchmal
bedrückend und manchmal sogar lustig von Matthews weiteren Werdegang zu lesen.
Ein Leben zwischen einer „verrückten“ Mutter, wie er sie selbst betitelt, in
einer Welt, in der er so manchmal nicht reinpasst.
Zwischendurch erfährt man immer wieder
etwas von Matthews jetzigen Situation, seinem Alltag in der Klinik und seinen
sonstigen Bekanntschaften.
Der Schreibstil gefällt mir sehr. Es ist
wie, als würde Matthew vor einem sitzen und die Geschichte erzählen. Er
beschreibt Ereignisse genau, bedrückende Dinge kommen einem nah, während
anderes oft amüsant rüberkommt. Ab und zu entschuldigt er sich auch, weil er
manche Details aus der Vergangenheit vergessen oder dazuerfunden hat.
Obwohl an Handlung in der „jetzigen“ Zeit
nicht viel vorhanden ist, bleibt das Buch die ganze Zeit über spannend. Matthew
ist mir über diese 300 Seiten wirklich ans Herz gewachsen. Man fühlt mit ihm,
leidet mit ihm und möchte ihn an manchen Passagen einfach mal heftig
durchschütteln.
Das Buch gehört außerdem zu einem, das mir
Tränen in die Augen getrieben hat. Es ist berührend von der starken Liebe
zwischen den Brüdern zu lesen, von Eltern, die versuchen, nicht vor ihrem Sohn
zu weinen und von vielen schönen, unvergesslichen Momenten. Vor allem als klar
wird, warum Simon gestorben ist und warum Matthew sich die Schuld gibt, merkt
man, dass es eine wahrlich tragische Geschichte ist.
Der einzige Kritikpunkt sind die
Zeitsprünge, die mir an manchen Stellen zu verwirrend wurden. Da Matthew vorher
in einer anderen Klinik war, war mir manchmal nicht klar, in welcher Klinik
sich manches nun abspielte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zum Ende hin
sehr schnell gelesen habe, da das Buch mich so gepackt hat. Beim genaueren Lesen
hätte ich die Klinik bestimmt gut zuordnen können.
Fazit:
Mit einem lachenden und einem weinenden
Auge zu lesen! Eine wirklich berührende Geschichte in einem besonderen
Erzählstil.
Bewertung (4,5/5):


