„Du wirst frei sein. Ohne Angst. Ohne Erinnerung. Ist schließlich dein Leben. Wenn man schon nicht gefragt wird, ob man geboren werden will, ist es nur fair, dass man das Ende selber bestimmen darf.“
Inhalt:
Nidal (train), Sammy (sailor) und Marie (whisper) treffen sich in einem Chat, mit einem gemeinsamen Ziel: Selbstmord. Alle von ihnen haben verschiedene Probleme, Hintergründe und Gründe für ihre Entscheidung. Doch sie ahnen nicht, dass sie einen geheimen Mitleser haben, nämlich Yoshua, der sich in verschiedene Chats einhacken kann. Nach einiger Weile beschließt er, den gemeinsamen Selbstmord zu verhindern. Gelingt es ihm noch, die drei davon abzuhalten?
Meinung:
Der Inhalt dieses Buches schien mir als erstes einerseits wegen dem Thema interessant, andererseits jedoch wegen Joshua, dem „Retter“ ein wenig klischeehaft. Doch überraschenderweise wurden meine nicht zu hoch gesetzten Erwartungen mehr als übertroffen.
In einem Kapitel gibt es immer mehrere kleinere Teile. Die drei Hauptpersonen und Joshua erzählen ihre eigenen Teile, es gibt auch noch ein paar Einblicke in den Chat, den die drei führen. Ebenso sind in einem Kapitel ein paar Teile vorbei, die von verschiedenen Nebenpersonen erzählt werden, z.B. von einem Bahnfahrer oder einem Journalisten. Während des Lesens sind mir die drei Hauptpersonen immer mehr ans Herz gewachsen, obwohl ich immer noch relativ wenig über sie wusste. In dem Chat sprechen sie nicht über persönliche Dinge, auch nicht über ihre Gründe für den gemeinsamen Selbstmord. Am Anfang hatte ich eine total andere Vorstellung von den Charakteren als am Ende.
Auf dem ersten Blick wirken die drei ganz anders. Nidal wie ein Junge, der etwas schaffen und raus aus seinem jetzigen sozialen Status, seine alten Freunde aber nicht verlieren will. Marie wie ein Mädchen, wessen Aussehen ihr grad nicht gefällt und welches einer alten Liebe nachtrauert. Und Sammy, ein rebellisches Mädchen, das in einer reichen Familie wohnt und gerne Lieder schreibt und singt.
Das Ende war ein sehr überraschendes, ein positiv überraschendes. Außerdem kam am Ende alles zusammen, alle kleinen Teile ergaben schließlich ein Bild des ganzen Geschehens und einem wurden (vor allem Maries) Probleme und Gründe für den Selbstmord bewusst. Und dies geschah nicht durch einen Abschiedsbrief, sondern durch wie ein schon genanntes Zusammensetzen aller kleinen Teile. Auch finde ich es gut, dass Joshua nicht als „einziger Retter“ dargestellt wird. Ganz im Gegenteil, am Anfang verschwendet er über den Chat nicht sehr viel Gedanken und ärgert sich sogar ein wenig, dass er in so einen „Verrücktenchat“ gekommen ist. Erst später, als er einen der Chatmitglieder trifft [nein, daraus wird zum Glück keine kitschige Liebesgeschichte] denkt er darüber nach, kurz bevor sie den Selbstmord begehen wollen, die Polizei einzuschalten.
Sehr passend fand ich den Schreibstil mit kurzen, abgehackten Sätzen, der in einer Art die Verzweiflung der Hauptpersonen ausdrückt und durch das Aneinanderreihen von einfachen Sätzen wie reale Gedanken wirkt.
Außerdem finde ich, ist es wichtig über dieses Thema zu schreiben, vor allem weil viele Jugendliche sich darüber Gedanken machen oder eine Phase durchlaufen, in der sie ihr Leben beenden wollen.
Das Buch ist wirklich für alle zu empfehlen – ich vergeben 5 von 5 Sternen.
Zum Autor
Tobias Elsässer wurde 1973 in Stuttgart geboren. Er war Mitglied der Boyband Yell4You und, stieg jedoch aus und arbeitete als Gesangslehrer und Journalist. Nun ist er als Sänger, Autor und Songwriter bekannt.
Allgemeines:
Seitenanzahl: 154
Verlag: Sauerländer
ISBN: 9783794170906
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Von mir empfohlenes Alter: sehe ich genauso


Eine sehr schöne rezension. Das Buch hört sich sehr interessant an. Lg Diti
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