Tuesday, July 26, 2011

[Rezension] Das Tal Season 1.1. Das Spiel


„Nun … dieses Mädchen ist zwar seit gestern Abend wie vom Erdboden verschluckt, aber sie ist mit Sicherheit nicht von diesem Felsen gesprungen.“ Der Direktor schüttelte ärgerlich den Kopf. „Das ist schlichtweg unmöglich!“
„Aber …“
[…] „Ich glaube Ihnen nicht, Mr. Frost. Es sei denn, Sie sind in der Lage, mir eine plausible Erklärung dafür zu liefern, wie eine Querschnittsgelähmte mit ihrem Rollstuhl auf diesen Felsen gekommen ist, aufsteht und dann springt.“

Inhalt
Die Geschwister Julia und Robert glauben an dem in Kanada, hinter Bergen und in einem Tal versteckten Grace College ein neues Leben anfangen zu können. An einer Party für die Freshmen sieht Robert plötzlich ein Mädchen in den See des Colleges springen und nicht mehr auftauchen. Keiner glaubt ihm diese Geschichte. Aber am nächsten Tag ist wirklich ein Mädchen verschwunden, Angela Finder. Diese ist jedoch querschnittsgelähmt, sie kann also nicht vom Felsen gesprungen sein. Doch langsam deutet für Julia immer mehr darauf hin, dass sie ermordet wurde – denn Angela schien mehr als andere zu wissen …

Meinung
Ich habe die „Tal-Bücher“ schon lange in der Bücherei herumliegen sehen, aber nie konnte ich mich irgendwie aufraffen, sie mir auszuleihen. Dann hat mir jedoch eine Freundin den ersten Teil geschickt und ja – dann habe ich das Buch (nach eurem Voting) gelesen.
Eine Rezension zum Buch zu schreiben fällt mir irgendwie ziemlich schwer. Denn es ist einer der Bücher, bei denen meine Meinung dazu gespalten ist oder bei denen ich über meine Meinung nicht ganz sicher bin. Ich fand das Buch gut. Und es war spannend und manchmal sogar ein wenig „gruselig“. Obwohl es am Anfang ein wenig langsam voranging, konnte ich danach, sobald das richtig Spannende endlich losging, nicht mehr aufhören zu lesen. An Spannung mangelt es in diesem Buch also nicht. Es ist aber auch nicht der spannendste und packendste Thriller, den ich je gelesen habe … Das liegt wohl daran, dass das Buch wohl mehr an junge Jugendliche (Amazon: 12-15) gerichtet ist, das habe ich vor allem am Schreibstil bemerkt, dazu aber später.
Was mir am Buch jedoch gefallen hat, ist die großzügige Prise Mystery, die das Buch durchzieht. Julia und Robert haben viele Geheimnisse und ein altes Leben, welches sie mit ihrer Ankunft im Tal hinter sich lassen wollten. Dies ist jedoch gar nicht so einfach … Ich habe viel geraten, wie das frühere Leben der beiden wohl ausgesehen hat und warum sie ins Tal gekommen sind – aber erst fast am Ende des Buches wird es richtig klar. Davor gibt es immer kleine Informationen, die im Laufe des Buches „eingestreut“ werden.
Schade finde ich allerdings, dass alle Charaktere so „weit weg“ von einem waren, auch am Ende erfährt man immer noch nicht alles über die Geschwister. Ich kann verstehen, dass Krystyna Kuhn noch nicht alles im ersten Teil der ersten Season (es folgen wohl noch mehrere „Seasons“ mit jeweils vier Teilen) verraten wollte, aber über eine deutlichere Beschreibung des Aussehens der beiden hätte ich mich doch ziemlich gefreut.
Gestört hat mich ehrlich gesagt auch einer der Hauptcharaktere – Julia, die mir überhaupt nicht sympathisch war. Dauernd will sie „Everybody’s Darling (dieser Ausdruck kam viel zu oft im Buch vor!) sein, sie weiß jedoch selber, dass sie genau das Gegenteil davon ist. Eigentlich könnte ich noch viel mehr Momente nennen, an denen mich Julia aufgeregt hat, aber ich möchte ja nicht alles verraten, was im Buch vorkommt!
Über den Schreibstil muss ich allerdings unbedingt noch schreiben. Er scheint mir (leider) sehr normal. Keine überaus schöne Sprache, nicht zu viele Metaphern und andere Stilmittel. Vielleicht bin ich gerade ein wenig zu streng, doch wenn man vorher ein Buch von John Green gelesen hat, merkt man den Unterschied. Auch habe ich während des Lesens das Gefühl vermittelt bekommen, dass Krystyna Kuhn sehr krampfhaft versucht hat das Buch jugendlich klingen zu lassen. Ich kenne keine Jugendlichen, die „Irgendwo musste es doch eine Fuck-Tür geben“ sagen würden. Wenn überhaupt würde jemand „fucking Tür“ sagen. Aber jetzt genug.

Für mich ist dieses Buch ein mittelmäßig gutes. Es ist ein spannendes Buch, das man mal zwischendurch lesen kann, aber nicht, wenn man etwas Sprachlich Überzeugendes sucht. Wer gerne „Arena-Thriller“ liest, wird mit diesem Buch jedoch wahrscheinlich vollkommen zufrieden sein.
Dass ich so viel Negatives erwähnt habe, soll aber nicht heißen, dass das Buch ein vollkommener „Flop“ für mich war. Die nächsten Teile werde ich auf jeden Fall auch lesen (schließlich bleiben am Ende des Buches mehrere offene Fragen!), ich werde sie mir jedoch eher ausleihen als kaufen. Ich gebe dem Buch drei von fünf Sternen.
Zur Autorin
Krystyna Kuhn wurde 1960 in Würzburg geboren. Nach Slawistik-, Germanistik- und Kunstgeschichtestudien arbeitete sie als Redakteurin und Herausgeberin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Frankfurt am Main.

Allgemeine Informationen
Seitenanzahl: 264
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401064727

5 comments:

  1. Haha. Du hast die Rezension geschrieben und reingestellt. !!! Freut mich. Ich kannte diese Buch wie gesagt vorher nicht. Aber mal sehen ;D Denn jetzt kenn eich sie.
    aber da es ja nicht sooo der Oberknaller gewesen sein scheint. Muss ich mir nch überlegen, ob ich's lesen werde.
    Na ja dankeschöön! ;)

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  2. Schöne rezension. Die Meinungen zu dem Buch gehen ja ganz schön weit auseinander. Ich werde das Buch auch noch lesen. Liebe Grüße, Diti

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  3. @M'elle: Versuch es dir von jemandem oder von der Bibliothek auszuleihen. Denn wie Diti schon gesagt hat, die Meinungen dazu gehen ganz schön weit auseinander! Und vielleicht gefällt dir der Schreibstil ja eher als mir, ist ja Geschmackssache ;)

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  4. Danke für deinen Kommentar :)
    Ich wollte das Buch auch mal lesen. Bin nur noch nie dazu gekommen, weil bei mir immer noch irgendwelche anderen Bücher dazwischen kommen ;D

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  5. Dankeschön, dein Blog ist auch schön :)
    Boaah ich hab grad so ein gutes Cmnt verfasst und mein Inet kackt ab.
    Also, ja ich hab mir am Anfang der GEspräches Hoffnungen gemacht. Aber als er dann meinte; Ich geh off, wirchreiben die Tge mal - das war wien schlag und ich wusste dann wieder, ich darf mir keine hoffnungen machen und ja, ich hab mich halt schnell wieder gefangen. und früher hätte ich mir hoffnungen gemacht, auch trotz son satz. aber mittlerweile .. ich kenn inh gut genug. er meinte gestern ja auch noch; du weißt ja wie ich bin wenn ich müde bin .. das tat whe. - manchmal glaub ich, er sagt das mit absicht. damit es weh tut. naja.

    bist du veriebt?

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