Wednesday, October 19, 2011

[Rezension] Dream Road


„Einfach weg von hier. Irgendwohin, wo wir glücklich werden können.“
„Wo ist das, Julia?“
„Irgendwo, Mika. Irgendwo. Wir haben beide davon geträumt. Dein Traum war wie mein Traum. Wir waren dort und wir waren glücklich.“

Inhalt
Nachdem Mikas Mutter von der Regierung ermordet wird, beschließen Mika und seine Freundin Julia etwas, was sie schon länger vorhatten: Weggehen und glücklich werden. Sie beide träumen schon länger von einem „Paradies auf Erden“, einem friedlichen, wunderschönen Ort. Sie folgen einer langen, nirgendwo zu endenden Straße, ihrer Traumstraße, die sie in ihr Paradies führen soll. Aber im Laufe ihrer Reise rutschen so von einem Unglück in das nächste, Chaos, Tod, Zerstörung. Gibt es überhaupt noch einen guten Ort auf Erden?

Meinung
Korruption, unterdrückte Meinungsfreiheit, Mordkomplotte, Diskriminierung von Minderheiten, Krieg, Diktaturen und Aufstände – Werner J. Egli spricht in seinem Buch aktuelle und bekannte Themen an. Doch anders als heute, herrschen in nahezu allen Ländern des Buches „Dream Road“ solch chaotische Zustände. Die Namen der Länder werden nie genannt, sodass man spekulieren kann, in welchen sich Mika und Julia während der Reise befinden. Auch den „Arabischen Frühling“ erkennt man in „Dream Road“ wieder. Aktuell und brisant, so kann man „Dream Roads“ Inhalt auf jeden Fall beschreiben. Damit  hat Egli genau meinen Geschmack getroffen.

Auch der ständige Wechsel von Traum und Realität – am Anfang noch leicht verwirrend – machen das Buch zu etwas Besonderem und lassen Fragen aufkommen, die auch auf dem Buchrücken stehen:„Kann die Realität ein Traum sein? Oder der Traum die Realität?“ Was ist, wenn das ganze Leben nur ein Traum ist? Etwa ein Alptraum?

Allerdings finde ich es richtig schade, dass die Umsetzung des Inhalts meine Gesamtbewertung des Buches so verändern muss. Das Buch ist schwierig und anstrengend zu lesen, aufgrund vieler kurzer, abgehackter Sätze. Egli benutzt fast nur Parataxen und wenn er mal Hypotaxen benutzt, so sind diese oft so dermaßen lang und verschachtelt, dass man am Ende des Satzes nicht mehr weiß, worum es eigentlich geht. Im Laufe des Buches wird es spannender und die Sprache und der Stil rücken eher in den Hintergrund, aber trotzdem machen sie die Lektüre des Buches schwieriger. Auch erfährt man kaum etwas über die Gedanken der Charaktere, was die Identifikation nicht gerade erleichtert. Zudem sind dessen Handlungen oft für mich nicht nachvollziehbar. Die beiden wollen unbedingt auf ihrer Straße bleiben und sie schrecken auch nicht davor ab, Gefahren und Konflikten genau in die Arme zu laufen. Manchmal scheint es dadurch, als würden sie liebend gerne Chaos auffinden.
Das Ende konnte mich ebenso nicht überzeugen. Meiner Meinung kam es viel zu schnell und plötzlich. Manchen mag es vielleicht gefallen, es ist aber auf jeden Fall sehr abrupt.

Ich finde es wirklich schade, die Thematik ist vielversprechend und brandaktuell, doch an der Umsetzung hapert es leider noch. 2,5 von 5 Sternen für dieses Buch – gerne hätte ich mehr verliehen.
 
 
Zum Autor
Werner J. Egli wurde 1943 in Luzern, Schweiz geboren. Seine ersten Werke waren Krimis und Western-Romane, die unter verschiedenen Pseudonymen sofort erfolgreich wurden. Seine Bücher wurden mehrmals nominiert und er gehört zu den erfolgreichsten Autoren Europas. Heute lebt er als freier Schriftsteller in den USA, in Freudenstadt (Deutschland) und in Zürich.

Allgemeines
Seitenanzahl: 205
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: Juli 2011
ISBN: 978-3800056439
Empfohlenes Alter: 14-17

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

 

1 comment:

  1. Schade dass du es so schlecht fandest..
    Weil ich finde das klingt wirklich total gut.
    Und ich geb eigentlich relativ viel auf deine meinung ;D
    Aber egal ich denke diesesmalwerde ich nicht drauf hören und es trotzdem lesen. Um es nicht zu versuchen klingt es vile zu interessant. Und ich muss es mir ja nicht kaufen (:
    Haben ja unsere wundervolle Bücherei (:

    ReplyDelete