Saturday, February 18, 2012

[Rezension] Meeresflüstern


„Du wirst wiederkommen“, sagte ich in den strahlendblauen Morgen hinein. Goldgelbe Sonnenstrahlen tasteten sich allmählich von Osten her über die Insel auf die Vazon Bay zu. Noch lag das Meer dunkel und voller Geheimnisse da, aber schon bald würde es wunderschön hell und türkisfarben leuchten wie seine Augen. „Und lass mich bitte nicht zu lange warten.“

Inhalt
Nach dem Tod ihres Vaters stimmt Elodie dem Vorschlag ihrer Mutter zu, sich eine Auszeit auf Guernsey zu nehmen. Obwohl Elodie sich vor dem Wasser fürchtet, reist sie daraufhin alleine zu ihrer Großtante auf die Kanalinsel. Trotz Angst vor dem Meer übersteht sie die ersten Tage gut und findet neue Freunde. Doch dann wird auf der Nachbarinsel plötzlich ein Mädchen aufgefunden, das auf mysteriöse Weise zu Tode gekommen ist. Hat etwa Elodies geheimnisvoller Junge aus ihren Träumen etwas damit zu tun? Da steht er plötzlich auch schon vor ihr – und Elodie vergisst alles um sich herum.

Meinung
Zuallererst muss ich das Cover loben, denn so ein schönes habe ich lange nicht mehr gesehen. Die Kombination der Türkistöne mit dem Mädchengesicht und der Muschel ist wirklich ein Augenschmaus! Außerdem glitzert und funkelt das Cover, dieser Effekt lässt das Salz auf dem Gesicht des Mädchens recht echt aussehen. Sogar in das türkisene Lesebändchen ist ein Silberfaden eingearbeitet, für Mädchen ist die Gestaltung dieses Buches also perfekt.
Die Bewertung des Inhalts ist da schon schwieriger. Allgemein habe ich das Lesen dieses Buches genossen. Es ist spannend, geheimnisvoll und romantisch und bietet einem mehrere sympathische Charaktere, die man ins Herz schließen kann.
Ruby, Elodies erste Freundin auf Guernsey, ist eine von ihnen. Freundlich, aufgedreht und hilfsbereit versüßt sie Elodie das Leben auf der kleinen Insel. Ashton, Rubys Freund, ist trotz Tourette-Syndrom ebenso absolut liebenswert. Dann gibt es noch den mysteriösen, gutaussehenden Cyril, ein paar unsterblich verliebte Mädchen und seltsame Jungs (?), von denen sie wie magisch angezogen werden, die furchtbar nette, fürsorgliche Großtante Grace, und, und, und. Die Masse der Charaktere erschrickt einem zu Anfang und führt dazu, dass man sich nicht alle Namen merken kann, im Laufe des Buches beginnt man dann aber, einen Überblick zu finden.
Das Buch fängt spannend und geheimnisvoll mit einem Prolog aus der Sicht eines Mörders an. Im Laufe des Buches verliert die Geschichte nicht an dieser Spannung und sobald von dem Tod des Mädchens bekannt wird, stellen sich sowohl für Elodie als auch für die Leser schlaflose Nächte ein. Wer hat sie getötet? Hat der Junge aus Elodies Träumen etwas mit den Jungs zutun, mit denen sich das Mädchen vor ihrem Tod getroffen hat? Weiß Cyril vielleicht mehr, als er zugibt?
Es könnte einem fast so erscheinen, als würde man einen Jugendthriller lesen, doch schon früh genug erfährt man, dass diese seltsamen, magischen Jungs keineswegs menschlich sind … Kurze, kursive Teile aus der Sicht von ihnen, die sich ab und zu eingestreut im Buch befinden, verraten dem Leser dies, machen aber alles auch noch spannender und geheimnisvoller.
Das Geheimnisvolle an diesem Buch hat mir besonders gefallen, ich kann sagen, dass es einen nahezu perfekten Mix zwischen Mystery und Romantik gab.
Immer wieder kommen neue Fragen auf und es wird einem bewusst, wie wenig der Leser und Elodie eigentlich über die einzelnen Charaktere, sogar Elodies eigene Mutter, wissen. Am Ende des Buches bleiben immer noch viele Fragen offen, was Lust auf die zwei folgenden Bände dieser Trilogie macht. Außerdem denkt man über diese Fragen nach und kann Vermutungen anstellen, was viel besser ist, als gleich alle Antworten zu bekommen.
Dieses Nachdenken hat mich aber auch dazu gebracht, Kritik, nicht nur Lob, für dieses Buch zu finden.
Als Elodie Gordian, den Jungen aus ihren Träumen, trifft, fühlt sie sich plötzlich unheimlich magisch und betörend zu ihm angezogen. Als er weg ist, fühlt sie sich schrecklich leer und allein und wenn sie ihn sieht, kann sie einfach nicht ihre Hände von ihm lassen. Liebe auf dem ersten Blick, nun, wem die Idee gefällt …. Mich überzeugt sie jedoch nicht besonders, vor allem, da mir jetzt nach Lesen des Buches bewusst wird, das Elodie durch diese Liebe einfach alles um sich herum vergisst, an nichts anderes mehr denkt als an Gordian und sich zu gefährlichen, verzweifelten Taten hinreißen lässt, die sie bloß mit ihrer Liebe zu Gordian rechtfertigt.
Vielleicht gehört dies einfach zum Buch. Vielleicht ist es für Wesen wie Gordian normal, Mädchen um sich herum augenblicklich zu verzaubern und für sich zu gewinnen. Noch kann ich dazu nichts sagen, da es noch zwei weitere Bände geben wird, die ich trotz der „Liebe auf dem ersten Blick“-Chose gerne lesen werde. Patricia Schröder hat mich mit diesem Buch überzeugt, denn durch ihren Schreibstil ist mir beim Lesen fast gar nicht aufgefallen, dass Elodie sich extrem seltsam verhält, denn wie sie habe ich beim Lesen wohl alles andere um mich herum vergessen.

Fazit: Eine schöne Mischung aus Mystery und Romantik mit einem wunderschönem Schauplatz, aber zu viel Kitsch! Für Mädchen, die sich gerne von geheimnisvollen Typen verzaubern lassen und an „Liebe auf den ersten Blick“ glauben: perfekt!

Bewertung (3.5 von 5):
 



Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
http://www.bloggdeinbuch.de/




http://www.coppenrath.de/




1 comment:

  1. Hey,
    ineressante Rezi.
    Ich hab das Buch noch auf meinem SuB liegen. Bin aber bereits gespannt wie es mir gefällt.

    Hab dich übrigen bei Blogger-Büchertausch entdeckt und bin direkt mal Leserin geworden. Mir gefällt dein Blog.

    LG
    Manja

    P.S.: Wenn du magst, hier findest du mich:
    http://manjasbuchregal.blogspot.de/

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