Thursday, January 10, 2013

[Rezension] Was du nicht weißt



https://cdp.pageplace.de/cdp/public/publications/DT0027/9783838719238_V2/cover?size=WS-B14


Klappentext


Zwei brutale Morde an jungen Frauen erschüttern die sonst so friedliche Kanalinsel Jersey und geben dem Chef de Police Rätsel auf. Dass dabei gefährliche und nie geklärte Ereignisse aus der Vergangenheit eine Rolle spielen, findet ausgerechnet die Zeugin Emily Bloom heraus. Denn die sympathische Teehändlerin mit dem „absoluten Gedächtnis“ ist in der Lage, sich an alles in ihrem Leben genauestens zu erinnern. Doch schon bald muss Emily wegen dieser Fähigkeit um ihr eigenes Leben bangen ...


 Meinung


Spannend verspricht uns der Klappentext eine verworrene und mitreißende Geschichte und ich muss sagen: Er lügt nicht. Man wird sofort in das Geschehen eingeworfen, auf einer der ersten Seiten entdeckt der ehemalige Richter Willingham im Kofferraum seines Taxis eine Leiche. Er wurde gerade verabschiedet und ist in feierlicher Stimmung. Soll er die Leiche einfach ignorieren und sich seinen schönen Abend nicht verderben lassen? Oder muss er sich abermals an die Arbeit machen? Schließlich siegt doch sein Pflichtbewusstsein und eine spannende Geschichte kann starten.

Perspektivenwechsel ermöglichen dem Leser ein kurzes Kennenlernen von Debbie Farrow, nur um wenige Seiten später mitzuerleben, wie auch diese tot aufgefunden wird. Genauso wie für die Teehändlerin Emily Bloom ist dies für die Leser ein Schock. Warum wurde diese junge, doch schon so viel wegen des Tods ihres Sohnes leidende Frau getötet? Und wie hängt ihr Mord mit dem der ersten Frau zusammen?

Obwohl der Chef de Police nicht wirklich erfreut davon ist, beginnt Emily eigene Nachforschungen. Ihr „absolutes Gedächtnis“ spielt dabei eine große Rolle und mehrmals begleitet der Leser Emily kurz in die Vergangenheit. Ein paar Worte Debbies, ihr besonders glückliches Auftreten – hat das etwas mit ihrem Tod zu tun? Als Leser rätselt und denkt man mit. Neue Personen werden im Verlauf der Handlung eingeführt und bei jeder Person muss man beim Lesen kurz stocken und nachdenken – kann sie der Mörder zweier Frauen sein?

Claus Beling schreibt sehr detailreich, was den Leser geradezu dazu auffordert mitzudenken und mitzufiebern. Warum betrinkt sich der Pfarrer so oft? Ist es nicht komisch, dass sich die wohlerzogenen Hunde einer Lady plötzlich auf die gerade gebrachten Fische stürzen? Und was ist mit dem seltsamen Verschwinden und dem Tod (?) von Emilys Mann?

Besonders gefallen haben mir die (Haupt)personen Emily und der Chef de Police Harold Conway. Sie sind beide auf ihre Art sympathisch und ihre Gespräche lassen den Leser ab und zu schmunzeln.

Allerdings hat das Buch auch einige Schwächen, einige Dinge bleiben unklar oder erscheinen für mich unlogisch. Wieso befragt die Polizei zum Beispiel Debbies Cousin von Anfang an nicht über die erste ermordete Frau? Wieso wird der Pferdehändler zusammengeschlagen? Unlogisch erscheint mir auch, dass Emily, der Frau mit dem „absoluten Gedächtnis“, ein entscheidendes Gespräch plötzlich nicht einfällt.

Als störend empfinde ich persönlich auch die fehlende Kapiteleinteilung. Der öfters stattfindende Perspektivenwechsel gleicht diese aber glücklicherweise teilweise aus.

Ein spannender und geschickt geschriebener Krimi mit ein paar Schwächen – ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Bewertung (3,5/5)


Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
 
http://www.luebbe.de/
http://www.bloggdeinbuch.de/
 

1 comment:

  1. Schöne Rezension.
    Mir gefällt dein Blog sehr gut. Hab ich mal abonniert.

    jessi
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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