Wednesday, July 13, 2011

[Rezension] Margos Spuren

*nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2011


„… und dann hat sie mir erzählt, dass Robert Joyner sich erschossen hat.“
[…]
„Ich glaube, ich weiß vielleicht warum er es getan hat“, sagte sie.
„Warum?“
„Vielleicht sind alle Saiten in ihm gerissen.“
[…]
Margo hat Rätsel schon immer geliebt. Und bei allem, was später passierte, wurde ich den Gedanken nicht los, dass sie Rätsel so liebte, dass sie selbst zu einem wurde.



Inhalt
Als sie noch jung waren, erlebten Margo und Quentin zusammen Abenteuer. Quentin liebte die geheimnisvolle, hübsche Margo schon immer. Aber es sind Zeiten vergangen und die beiden sind schon lange keine Kinder mehr. Margo Roth Spiegelmann gehört nun zu den „Coolen“, sie ist beliebt, wird umschwärmt und ist die „Queen“ der Schule. Unerreichbar für den schüchternen Quentin, der sich wohl nur zu den „Orchesterstrebern“ zählen kann, die sich jeden Morgen vor dem Musikraum treffen. Doch plötzlich ändert sich Quentins Leben schlagartig, als Margo eines Abends an sein Fenster klopft und ihn zu einem wilden Abenteuer mit vielen Racheakten einlädt. Aber am nächsten Tag ist sie spurlos verschwunden – und das nicht zum ersten Mal. Lediglich Quentin hat sie kleine Hinweise hinterlassen, Hinweise darauf, wohin sie gegangen ist. Quentin muss sein Leben auf den Kopf stellen – doch nicht nur, um sie zu finden, sondern vielmehr um sie wahrlich kennenzulernen.

Meinung
Ich hatte von Anfang an hohe Erwartungen an dieses Buch. Einerseits weil es für den Jugendliteraturpreis nominiert ist, andererseits weil mich John Greens „Eine wie Alaska“ schon vorher sehr überzeugt hatte.
Auf dem ersten Blick ist „Margos Spuren“ „Eine wie Alaska“ sehr ähnlich. Auch in diesem Buch ist ein etwas schüchternerer Junge die Hauptperson, ein Junge, der für ein hübsches Mädchen schwärmt, das für ihn unerreichbar scheint. Und auch diesmal hat mich Greens Story überzeugt.
Es ist bemerkenswert, wie Green es schafft so viel Tiefsinn und Gefühl zwischen normale Teenie-Probleme zu packen.
Dabei muss ich sagen, dass mir Margo zuerst überhaupt nicht sympathisch vorkam. Sie schien mir eher als ein Mädchen, das gerne im Mittelpunkt steht, welches will, dass sich immer alles um sie dreht und welches ohne zu zögern Leute ausnutzt. Obwohl Quentin ein anderes Bild von ihr hat als ich, lernt auch er im Laufe der Geschichte eine andere Margo kennen. Er merkt auch, dass er wohl eine viel größere Rolle in ihrem Leben gespielt hat, als er es sich je träumen haben lassen können. Schließlich hat sie nur ihm Hinweise hinterlassen.
Die Hinweise haben mich überrascht und zum Schmunzeln gebracht. Ich selber wäre nämlich wohl nie auf so eine Art von Hinweisen gekommen! Sehr schön fand ich das Gedicht „Song of Myself“ von Wal Whitman, welches in der Geschichte eine bedeutende Rolle spielt.
An dem Buch und an dem wovon Margo spricht, ist viel Wahrheit dran. Aber nicht nur das, in gewisser Weise findet man auch eine Kritik an unserer heutigen Gesellschaft. An den künstlichen Plastikstädten (auf Englisch wie der Originaltitel „paper towns“). Den „Plastikmenschen“, die in diesen Städten leben und die alle verrückt sind nach dem Konsum.
Nach dem Vorwort, in dem von Margos und Quentins Kindheit gesprochen wird, folgen noch drei weitere Teile. Der erste Teil dreht sich um den Abend, an dem Margo Quentin zu dem Abenteuer einlädt, dieser Teil bringt einem die spontane, wilde Margo mal ganz nah. Der zweite Teil war für mich persönlich zu lang. Mit der Hilfe von seinen Freunden Radar, Ben und dessen Freundin Lacey versucht Quentin Margo zu finden. Zwischendurch gibt es noch ein paar Partys und Abschlussprüfungen. Doch Quentin kommt durch die Hinweise nicht sehr viel weiter, wodurch es beim Lesen manchmal langweilig wird, da Quentin nur dasitzt und über Margo nachdenkt – und zwar denkt er fast immer dasselbe. Gefallen am zweiten Teil hat mir jedoch, dass er sich auch viel um Selbstfindung dreht und darum, ob Quentin Margo wohl wahrlich wirklich gekannt hat. Der dritte Teil ist mein Lieblingsteil. Ich möchte nicht verraten, was in ihm passiert, aber er ist auf jeden Fall schön, jugendlich, frei und nach dem langsamen zweiten Teil endlich mal actionreicher.
Das Ende hat mich überrascht, mir hat es aber trotzdem gefallen, denn es ist realistisch und regt zum Nachdenken an.
Insgesamt vergebe ich „Margos Spuren“ eine Bewertung von vier von fünf Sternen.

Fazit
Tiefgründig, aber trotzdem jugendlich-locker. Nachdenklich machend, aber trotzdem chaotisch. Diese Gegensätze machen „Margos Spuren“ zu einem überaus bedeutsamen Jugendbuch.

 
Zum Autor
John Green wurde 1977 in Indianapolis geboren. Er wuchs in Orlando auf, wo auch „Margos Spuren“ spielt und studierte später Englisch und Vergleichende Religionswissenschaften. Er wollte als erstes Pastor werden, doch brach seine Ausbildung schließlich ab und arbeitete als Journalist. Sein Debütroman „Eine wie Alaska“ gewann mehrere Preise. Nun lebt er mit seiner Familie in Indianapolis.

Allgemeines
Originaltitel: Paper Towns
Seitenanzahl: 336
Verlag: Hanser Verlag
ISBN: 978-3446234772

7 comments:

  1. Schöne Rezi. Das Buch klingt recht gut. LG Diti

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  2. Deine Rezi ist dir echt ganz schön gelungen ;D Endlich weiß ich mehr, ich werde es auf jeden Fall lesen (müssen) :D !!!
    Echt toll.
    ICh habe auch eine wie Alaska gelesen (wie du meine ich auch weißt) und das als ersten von John Green. Er hat mich auch total überzeugt ;D
    Ehm, du bist doch auch auf HSW? Ich meine, daher kenne ich deinen Blog auch nur. Wie heißt du denn nochmal? Denn hier heißt du meine ich auch anders. (So wie ich :D)
    Haha, jetzt habe ich so viel geredet, obwohl ich einfach nur sagen wollte was ich von der Rezi und dem Buch halte :)
    Na ja, LG M'elle.

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  3. Nen schönen Blog hast du :) Liest sich gut was du geschrieben hast!
    Liebst
    Annie von
    http://pretaporterbyannie.blogspot.com/

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  4. @M'elle: ich bin cutiepie. du?

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  5. ich bin sun@rain ;D
    Bist du eigentlich Co-Admin?

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  6. Hey (:

    Ich fand die Rezension über Margos Spuren echt gut (:
    Ich hab's auch gelesen und war restlos begeistert!
    Und das es nur nominiert war aber nicht gewonnen hat fand ich echt traurig weil ich dieses tiefgründige an John Greens schreibweise vermischt mit derber Jugendsprache und denkweise einfach nur übelst genila finde (:
    Es regt auf jeden Fall zum nachdenken an. da bin ich ganz deiner5 Meinung (:

    Liebe Grüße Lisa

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