Mehr als das.
Mir gefriert das Blut in den Adern.
Ich starre
dieses zarte Mädchen aus Stein an und denke, das darf nicht wahr sein. Ich
taumle aus der Kirche in den angebrochenen Abend und weiß nur noch eins: Ich
muss sofort Quim finden.
Inhalt
Nach 36 Jahren ist es endlich soweit: Anna Silber reist
nach Barcelona, in die Geburtsstadt ihrer Mutter. Hier soll sie einen
Reiseführer schreiben. Doch dann liegt eine Leiche vor der Wohnung und Quim,
der Freund von Annas Freund, muss sieben Mordfälle aufklären. Anna sieht in den
vielen Morden sofort ein verzwicktes Puzzle, welches aber auf jeden Fall ein
Bild ergeben kann. Doch wer ermordet kaltblütig sieben unterschiedliche
Menschen? Wo liegt das Muster? Was sollen die Gegenstände bedeuten, die bei
manchen Leichen dagelassen wurden? Und was hat das Ganze mit der Heiligen
Eulàlia zu tun?
Meinung
Ganz als erstes möchte ich das Cover loben. Es zeigt eine
Heiligenstatue, ohne das Buch zu kennen denkt man, es wäre vielleicht eine
Marienstatue, doch es handelt sich um die Heilige Eulàlia, Schutzpatronin der
Stadt Barcelona. Diese spielt in der Geschichte eine noch größere Rolle, als
man sich überhaupt vorstellen kann. Der Hintergrund ist schwarz gehalten, was
dem Ganzen eine bedrohliche Atmosphäre gibt. Ein wirklich gelungenes Cover für
diesen Krimi.
Am Anfang bin ich jedoch nicht ganz in die Geschichte
hineingekommen. Anna reist nach Barcelona, fährt mit ihrem Freund bzw. ihrem
Bekannten Raphael zu ihrer Wohnung und begegnet einem Toten. Dann passiert für
eine Weile erst einmal nicht viel Spannendes. Sie geht mit Raphael schwimmen,
hört sich Gemecker über dessen Freund Quim an, durchstreift Barcelona und geht
oft essen. Ehrlich gesagt wird es erst ab Seite 80 interessant und spannender.
Hätte man den Teil davor ein wenig gekürzt oder noch ein, zwei spannende
Details eingebracht, hätte mit das besser gefallen.
Insgesamt ist das Buch aber trotzdem gut aufgebaut.
Meistens erzählt Anna die Geschichte, doch ab und zu gibt es kleine kursive
Teile mit einer interessanten Überschrift. Diese Teile stammen vom Mörder, was
man schon früh erahnen kann. Dieser pflegt seine kranke, herrische Mutter. Die
Morde führt er in diesen Teilen jedoch nicht aus und auch das Motiv erfährt man
noch nicht. Als erstes scheinen die kursiven Teile verwirrend, vor allem weil
der Mörder oft mehrere Dinge auf einmal denkt. Liest man jedoch nach Beenden
des Buches all diese Teile nochmal durch, werden die kleinsten Details und
Hinweise, die Stefanie Kremser gestreut hat, klar. Dies ist ein Aspekt des
Buches, der mir sehr gefallen hat. Als positiv habe ich auch das Ende
empfunden. Dass der „Böse“ am Ende festgenommen wird, ist typisch für die
meisten Krimis. Meistens liegt aber auch ein ziemlich abruptes Ende vor. Dieses
hat bei „Die toten Gassen von Barcelona“ glücklicherweise gefehlt. Es gab ein
ruhiges, abrundendes und sogar etwas trauriges und melancholisches Ende,
welches ich als passenden und gut gelungenen Abschluss empfinde.
Gefehlt hat mir jedoch, dass auch am Ende immer noch
nicht die Psyche des Mörders klar wurde. Sie wurde kurz beleuchtet, das war es
aber. Ich hätte mir ebenso mehr Beschreibungen des Verhältnisses zwischen
seiner Mutter und ihm gewünscht. Außerdem wurde mir eine Stelle auch nach
Beenden des Buches nicht klar. Der Mörder bricht dabei in Annas Haus ein und
hinterlässt ein Bildchen der Heiligen Eulàlia. Dadurch verrät er selber, dass
die Morde etwas mit dieser Heiligen zu tun haben. Warum tut er das? Davor hat
die Polizei keine Zusammenhänge zwischen den Morden finden können, aber jetzt?
Ein Krimi, der mich leider nicht ganz überzeugen konnte. Er
kommt schwer in die Gänge und leider bleibt die Beschreibung der Psyche des
Mörders oberflächlich. Doch wegen des guten Aufbaus und der vielen, kleinen
Details und Hinweisen, die man erst später deuten kann, gibt es 3,5 von 5
Sternen.
Zur Autorin
Stefanie Kremser wurde 1967 in Düsseldorf geboren. Sie
wuchs in Sao Paulo, Brasilien auf. In Deutschland studierte sie Dokumentarfilm
und Fernsehpublizistik in München. Für den „Tatort“ hat sie mehrere Drehbücher
verfasst.
Allgemeines
Seitenanzahl: 246
Verlag: Kiepenheuer und Witsch
ISBN: 978-3462043259
Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!



Liebe Lotti, vielen Dank für deine Rezension! Vor allem freut mich, dass du die verstreuten Hinweise bemerkt hast... Weiterhin viel Spaß am Lesen und Bloggen - und herzliche Grüße von Barcelona nach Singapur.
ReplyDeleteS.Kremser (alias Rita G.G., stillgelegter Blogname)
Oh, ein Kommentar von der Autorin! *.* Vielen Dank :)
ReplyDeleteHmm, klang ziemlich gut das Buch, aber sooo wahnsinnig begeistert warst du ja jetzt auch nicht, daher setze ich das erstmal nicht auf meine Wunschliste^^
ReplyDeleteHier ein Award für dich! http://back-down-to-earth.blogspot.com/2011/09/award-7.html